Für Steffen

08. Mai 2019 20:00 Uhr

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Lehrentwicklung

Die künstlerische Hochschullehre neu denken 

Problemstellung

Für die Weiterentwicklung künstlerischer Hochschulen im Allgemeinen und Musikhochschulen im Besonderen ist es notwendig, Ziele, Inhalte, Strukturen der Hochschulen in Relevanz zu den Entwicklungen der Gesellschaft zu definieren. Einzubeziehen sind hierbei sowohl die Wandlungen des Kultur- bzw. Kunstbegriffes, die Wirklichkeiten des gegenwärtigen und perspektivischen Berufsmarktes sowie die Lebenswirklichkeiten junger Erwachsener.

Dies macht eine Öffnung und einen Kulturwandel unabdingbar. Die Hochschulen müssen die aktuellen Entwicklungen aufnehmen, Standards definieren und (didaktische) Konzepte für sich selbst entwickeln. Hierbei sind auch andere Fachdisziplinen einzubeziehen wie die (Musik-)Soziologie sowie die Entwicklungspsychologie mit Blick auf Voraussetzungen, Bedingungen und Perspektiven junger Erwachsener. Innerhalb der Pädagogik muss die „Didaktik der Erwachsenenbildung“ konkretisiert werden und einen weiteren Schwerpunkt pädagogischer Forschung und pädagogischen Handelns insbesondere in den Hochschulen bilden.

 

Fragestellung

Wie kann die künstlerische Hochschullehre verändert werden, um sich an die Anforderungen des Berufsmarktes und den Erwartungen der Gesellschaft anzunähern und zugleich in der Gesellschaft stärker wirksam zu werden?

 

Handlungsschritte innerhalb der HfM Saar

Revision des Curriculums

Die HfM Saar reformiert seit 2017 sukzessive alle Bachelor- und Masterstudiengänge, um eine Vernetzung zwischen den Studiengängen und eine individuelle Schwerpunktsetzung innerhalb der Studiengänge verstärkt zu ermöglichen.

 

Neue Ideen für die Lehre

Es bedarf der Vernetzung zwischen künstlerischer Praxis, künstlerischer Forschung und wissenschaftlicher Reflexion. Die Polarität zwischen Wissenschaftlerinnen/Wissenschaftlern bzw. Theoretikerinnen/Theoretikern und Künstlerinnen/Künstlern muss aufgelöst werden.

  • Moderierte Diskussionsrunden zum Thema Lehre innerhalb des Kollegiums, um neue Ideen zu entwickeln und Ansätze zu diskutieren.
  • Neue Ansätze in der Praxis ausprobieren, das reformierte Curriculum macht bspw. ein Studiengangs bzw. Fächer übergreifendes Unterrichten im Co- und Teamteaching möglich.
  • Einführung von Feedbackverfahren zur Weiterentwicklung neuer Ideen und Konzepte

Öffnung nach Außen

Die Hochschule öffnet sich für den Dialog und die Zusammenarbeit mit der Breitenkultur und künstlerisch-pädagogischen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren.

  • öffentliche Podiumsdiskussionen unter Einbeziehung externer Sachverständiger bzw. Vertretern gesellschaftlicher Gruppen zu Themen wie
  • Berufsbild bzw. Berufsperspektive Orchestermusiker/in
  • Berufsbild bzw. Berufsperspektive Musikpädagoge/in
  • Was ist „Komposition“?
  • Abgrenzung artifizielle Kunst – Gebrauchskunst
  • „Klassik“ versus „Pop“
  • Zukunft der Kirchenmusik
  • etc.
  • vernetzte Lehrangebote, die beide Pole einer Hochschularbeit zusammenführen.

Mittel- und langfristige Maßnahmen

  • Förderung einer aktiven Diskussionskultur innerhalb der Hochschule sowie im Kontakt mit Politik und Gesellschaft.